Blütendrogen
Als Blütendrogen werden diejenigen Arzneipflanzen bezeichnet, bei denen sich die Inhaltsstoffe in den Blüten befinden. Eine wichtige Vertreterin ist die Echte Kamille, die 1999 in Thüringen auf einer Fläche von 700 Hektar angebaut wurde.
Echte Kamille
Matricaria chamomilla L., Familie der Korbblütler Asteraceae
Merkmale
Die Kamille enthält ätherisches Öl (0,3-1,5%), Bitterstoffe, Flavone und Cumarin. Sie ist eine einjährige Pflanze, die Wuchshöhen von 50 cm erreicht. Am aufrechten, verzweigten Stängel sitzen die wechselständigen, zwei- bis dreifach fein gefiederten Blätter. Von Mai bis Oktober öffnen sich endständige Blüten mit weißen Zungen- und gelben Röhrenblüten. Unterscheidungsmerkmale zur Hunds- und Ackerkamille sind der charakteristische aromatische Geruch und der hohle, kegelförmig gewölbte Blütenboden.
Kulturgeschichtlicher Hintergrund
Die Echte Kamille stammt aus dem östlichen Mittelmeerraum. Sowohl die nordischen Völker als auch die Ägypter verehrten sie als Pflanze des Sonnengottes. Die antiken Ärzte nutzten die Kamillenblüten als Mittel u.a. gegen Entzündungen, Wechselfieber und Gelbsucht. Seit einigen Jahrhunderten in Mitteleuropa eingebürgert, ist die Kamille ein "Allheilmittel" der Volksmedizin.
Anbau
Die Kamille, die auch auf ärmeren Standorten wächst, wird von April bis August ausgesät. Die Züchtung arbeitet an wirkstoffreicheren und großblütigeren Sorten. Ein Problem stellt derzeit noch die Erntetechnologie dar. Neben der Handernte mit Pflückkämmen werden veraltete Blütenpflückmaschinen eingesetzt. Die Ernte findet zwischen Mai und Oktober statt. Es lassen sich Erträge von 10 dt/ha erzielen.

