Proteinpflanzen

Die bedeutendsten heute in Deutschland angebauten Proteinpflanzen sind Ackerbohne, Eiweißerbse und Lupine. Sie gehören zur Familie der Schmetterlingsblütler Leguminosae.

Kulturgeschichtlicher Hintergrund

Die Erbse diente schon 5000 v. Chr. der Ernährung, während die Kultivierung der Ackerbohne erst 2000 v. Chr. begann. Die Lupine gehört dagegen erst seit ca. 100 Jahren zu unseren Kulturpflanzen. Proteine fanden bereits seit Anfang diesen Jahrhunderts im chemisch-technischen Bereich Verwendung. Mit dem Aufkommen der Petrochemie wurde jedoch die Nutzung der Proteine nur noch in geringem Umfang erforscht. Da sie in hohen Mengen als Nebenprodukte bei der Öl- und Stärkeproduktion anfallen, werden spezielle Proteinpflanzen nur sehr wenig angebaut.

Der Rohstoff

Neben den Samen der proteinreichen Leguminosen werden hauptsächlich die Proteine der Ölpflanzen, z.B. Raps oder Sonnenblume, sowie der Stärkepflanzen, z.B. Mais und Weizen, genutzt. Zur Extraktion von Proteinen werden die Samen geschält, trocken gemahlen und anschließend mit Wasser versetzt. In der chemischen Industrie kommen zurzeit vor allem tierische Proteine wie Kasein und Gelatine zum Einsatz.

Bedeutung

Die drei Proteinpflanzen Ackerbohne, Eiweißerbse und Lupine werden heute überwiegend nicht als Nachwachsende Rohstoffe angebaut, sondern dienen als Futter oder zur Gründüngung. Aufgrund ihres Eiweißgehalts und ihrer Eiweißqualität können sich jedoch in Zukunft Verwertungsmöglichkeiten im Nichtnahrungsbereich entwickeln.

Leguminosen

Leguminosen (z.B. Ackerbohne, Eiweißerbse und Lupine) binden mit Hilfe bestimmter Bodenbakterien (Rhizobium-Arten) Stickstoff aus der Luft in Knöllchen an den Wurzeln. Er dient der Versorgung der Pflanze und der Bildung eiweißreicher Samen. Die Leguminosen binden unterschiedlich viel Stickstoff: die Ackerbohne 50-650 kg pro Hektar, die Erbse 15-190 kg pro Hektar, die Lupine 120-200 kg pro Hektar.

Verwendung

  • Papier- und Verpackungsindustrie (Erhöhung der mechanischen Belastbarkeit, Bedruckbarkeit, Haftung wasserlöslicher Druckfarben)
  • Leim oder Kleber (z. B. Etikettierklebstoff, Bindemittel für Sperrholz)
  • Einkapselung von Pharmazeutika (bauen sich langsam ab)
  • Biologisch abbaubare Werkstoffe
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