Winterraps
Brassica napus L.; Familie der Kreuzblütler Cruciferae
Merkmale
Nach der Saat bildet der Raps zunächst eine gestauchte Sprossachse mit dicht am Boden liegender Blattrosette, aus der sich später der 120 bis 200 cm hohe Stängel schiebt. Die Pfahlwurzel wird bis 180 cm tief. Wechselständige, ungeteilte, ungestielte blaugrüne Blätter umfassen den Stängel. Im Frühjahr färben die Blütentrauben des Raps ganze Landstriche leuchtend goldgelb. Nach der Selbst- oder Fremdbefruchtung reifen die 5 bis 10 cm langen Schoten mit je 15 bis 20 Samen.
Kulturgeschichtlicher Hintergrund
Raps entstand vermutlich im Mittelmeerraum aus einer natürlichen Kreuzung zwischen Kohl und Rübsen. Im Mittelalter begann man aus dem Samen Öl zu gewinnen, und Rüböl aus Raps löste Talg als Lampenöl ab. Im Zuge der Industrialisierung diente es als Schmiermittel in Dampfmaschinen und als Grundstoff für die Seifenherstellung.
Anbau
Im chemisch-technischen Bereich werden ölsäurereiche Sorten bevorzugt. Daneben spielt auch der Erucaraps mit einem besonders hohen Gehalt an Erucasäure eine Rolle. Seit 1974 nimmt der Rapsanbau deutlich zu. Industrieraps ist heute die bedeutendste Ölfrucht in Deutschland. Im Jahr 2005 wuchs die Anbaufläche auf über 1.000.000 ha. Wegen der begrenzten Frosthärte wird der Winterraps schon ab Mitte August ausgesät, damit er in der Vorwinterentwicklung noch das Rosettenstadium erreicht. Der Anbau von Sommerraps ist flächenmäßig unbedeutend. Die Ernte der Samen findet im Juli/August mit modifizierten Mähdreschern bei Erträgen von durchschnittlich 30-40 Dezitonnen pro Hektar (1 dt/ha = 100 kg/ha) statt.

